Bewerbung

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1       Die Bewerbung: Werbung in eigener Sache

Wenig Jobsuchende sind sich darüber im Klaren, dass sie mit einer Bewerbung im direkten Sinn des Wortes für sich werben sollen. Wenn es um die positive Darstellung der eigenen Person geht, reagiert man allzu oft mit einer antrainierten oder natürlichen Zurückhaltung, die in anderen Bereichen durchaus als höflich gelten mag, bei einer Bewerbung aber fehl am Platze ist. Hier geht es um die Vermarktung und den Verkauf der eigenen Arbeitskraft, die deshalb in ihrem besten Licht erscheinen soll. Trotzdem ist auch hier Fingerspitzengefühl erforderlich: Denn eine über den grünen Klee gelobte Ware macht den potentiellen Käufer misstrauisch.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie sich vor einer Bewerbung gründlich über sich selbst, also über Ihre Qualitäten und Fähigkeiten, Ziele und Wünsche, aber auch über Ihre Schwächen im Klaren zu sein.

1.1      Selbstanalyse – Brainstorming

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? So banal diese oft gestellten bzw. gelesenen Fragen auf den ersten Blick anmuten, sie bilden den ersten Schritt um sich über seine berufliche Zukunft klar zu werden – letztendlich auch deshalb, weil es darum geht, eine Arbeit zu finden, die Sie ausfüllt und fordert, die zu Ihrem (gewünschten) Lebensumfeld und zu Ihrem Wesen passt.

Zudem kommt Ihnen dieses erarbeitete Selbstbewusstsein – auf einer psychologischen Ebene – in allen Teilaspekten des Projekts Bewerbung zugute: Sie werden dadurch bei dem etwaigen Vorstellungsgespräch bzw. Assessment-Center selbstsicherer auftreten sowie Ihr Anschreiben und den Lebenslauf dementsprechend aufbauen. Ein gut durchstrukturierter Lebenslauf ist bereits ein Teil dieser Selbstanalyse.

Neben den harten Fakten (Ausbildung, Berufserfahrung, fachliche Qualifikationen, die aktuelle Lebenssituation sowie Erwartungen an die berufliche und private Zukunft) sollten die sogenannten Soft-Skills nicht außer Acht gelassen werden. Hierunter versteht man eher menschliche Eigenschaften und Persönlichkeitszüge, die einen bedeutenden Einfluss auf die Entscheidungsfindung des Personalers haben. Sie sollten sich also Zeit nehmen, um über Begriffe wie Verantwortungsgefühl, Teamfähigkeit, Umgangsformen, Motivation, Sprachkenntnisse, Selbstständigkeit, Konfliktlösungspotential oder z.B. Mut (zur Initiative) Gedanken zu machen sowie über Möglichkeiten relevante Soft-Skills zu beweisen bzw. hervorzuheben.

Die fachlichen bzw. menschlichen Kompetenzen, deren Sie sich nun bewusst sind, sollten im weiteren Verlauf nicht nur wahllos aneinandergereiht, sondern im Hinblick auf das Unternehmen bzw. die Stelle sorgfältig ausgewählt und eingesetzt werden.

1.2      Welches Unternehmen ist das richtige?

Wenn Sie nicht genau wissen, was Sie suchen, können Sie auch nur schwerlich das Richtige finden. Viele Bewerber kennen nur die grobe Richtung ihrer Suche und durchforsten Anzeigenmärkte und Online-Stellenbörsen nach zu schwammigen Begriffen. Was hier fehlt, ist ein klares Bild von der Stelle. Dies schließt die, zunehmend von Anglizismen durchsetzten, Bezeichnungen der Funktionen (oder ihre Synonyme), Tätigkeitsbeschreibungen und Entwicklungsmöglichkeiten mit ein.

Recherchen zum angestrebten Berufsfeld (Jobprofile) bringen Licht ins Dunkel. Die Analyse des Arbeitsmarktes und der Homepages der Unternehmen, die Sie interessieren, sind weitere Mosaikbausteine. Sehr hilfreich als Informationsquelle über die unterschiedlichsten Unternehmen ist die Unternehmensdatenbank von hobsons bzw. Hoppenstedt Online.

Jobsuche verlangt Kreativität. Kreativität auch im Sinne von Offenheit für Neues: Vielleicht entdecken Sie bei der Recherche neue Berufsfelder, neue Funktionen/Stellen innerhalb schon bekannter Branchen oder auch nur neue Bezeichnungen und Stichwörter, die Ihnen bei der Online-Suche weiterhelfen.

2       Die Jobsuche

Viele Wege führen zum Ziel. Da das Projekt Stellensuche ein langer, steiniger Bergpfad sein kann, muss mit der Suche frühzeitig begonnen werden – u.U. bereits Monate vor dem gewünschten Einstiegsdatum. Folgende Möglichkeiten der Suche bieten sich an.

2.1      Stellengesuche

Allein die Tatsache, dass ein Stellengesuch aufgegeben wurde, beweist dem Arbeitgeber Eigeninitiative. Doch das öffnet noch keine Unternehmenstüren. Gleichermaßen wie bei einer Bewerbungsmappe kommt es darauf an zu überzeugen. Eintönige Anzeigen werden schnell überlesen und vergessen. Ihr persönliches Werbekonzept muss schon mit der Überschrift fesseln. Die Schwierigkeit in einem Stellengesuch liegt darin, dass in einem relativ kurzen Text alle relevanten Informationen transportiert werden müssen. Hierzu zählen neben der präzisen Angabe der Jobvorstellung, Informationen zu Ihrem Ausbildungshintergrund und erworbenen Qualifikationen. Berufsspezifische Schwerpunkte sollten Sie ebenfalls mit aufführen. Weiterhin wird das Stellengesuch um persönliche Angaben (Alter, Geschlecht) ergänzt. Da Sie im Vorfeld nicht wissen wer Ihre Anzeige liest, ist der Hinweis auf Mobilität sinnvoll.

Entscheidend für den Erfolg ist die Fokussierung der Zielgruppe. Daher bedarf es einer sorgfältigen Auswahl der Plattform:

Wenn Sie in Ihrer näheren Umgebung suchen möchten, nutzen Sie die Wochenendausgabe großer regionaler Zeitungen.

Suchen Sie vorrangig in einer bestimmten Branche ist es unabdingbar in speziellen Fachmagazinen, Zeitungen oder ihren jeweiligen Online-Versionen zu inserieren: Stellensuchende in der Buchhandels- und Verlagsbranche können z.B. die Homepage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nutzen, Juristen die Neue Juristische Wochenschrift, Jobsuchende in der Werbebranche z.B. Werben & Verkaufen, Betriebswirte das Handelsblatt und Mediziner und Geisteswissenschaftler beispielsweise die Zeit.

2.2      Wo sucht man nach Stellen?

Printmedien aufzuzählen, deren man sich bei der Jobsuche bedienen kann, würde wenig Sinn machen. Erinnert sei nur daran, dass große, überregionale Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung und die Zeit natürlich auch einen größeren Kundenkreis ansprechen und Sie somit bei der Suche weniger allein sind, als wenn Sie sich an kleinere Tageszeitungen halten.

Jede Zeitung hat mittlerweile auch ihren Online-Auftritt. Dies stellt gemeinhin eine kostengünstige, flexiblere Möglichkeit der Suche dar – auch wenn nicht immer alle Stellenangebote des Printmediums in der Online-Version zu finden sind. Natürlich stellen die, für die Stellengesuche genannten Zeitungen auch Stellenangebote zur Verfügung.

Eine Ausnahme der Regel – aber trotzdem durchaus Erfolg versprechend – bildet der Wissenschaftsladen Bonn (Wilabonn) mit seinen wöchentlich erscheinenden Zeitschriften arbeitsmarkt Umweltschutz und Naturwissenschaften und arbeitsmarkt Bildung Kultur Sozialwesen, in welchen regelmäßig mehr als 140 Publikationen und Jobbörsen ausgewertet werden. Auf der Homepage findet man lediglich eine kleine Auswahl der Stellenangebote und ist somit gezwungen für diese Dienstleistung mittels Zeitschriften-Abonnement zu bezahlen.

Online-Jobbörsen: Es gibt eine Vielzahl von Jobsuchmaschinen, die die Webseiten von Zeitungen durchforsten. Eine sehr zu empfehlende Jobdatenbank ist hierbei www.caesar.de, welcher eine Vielzahl von Stellenbörsen und Zeitungsanzeigen als Grundlage dienen.

Zeit ist kostbar, und viele Stellenbörsen verschwenden diese mit langwierigen Log-ins. Eine große Auswahl an knapp kommentierten Jobbörsen finden Sie im Job-Branchenbuch.

Für Hochschulabsolventen bieten sich darüber hinaus die Homepages der Universitäten, auch zur Suche nach außeruniversitären Stellenangeboten, an.

Je nach Branche existieren zudem eher persönliche Arten der Jobsuche. Kontaktmessen und Kongresse sind zum Knüpfen von Beziehungen sowie zur Informationsrecherche probate Mittel. Weiterhin stellen Headhunter wichtige Bindeglieder zwischen Bewerber und Unternehmen dar. Der Zugang zu Headhunter-Adress-Datenbanken ist jedoch meist kostenpflichtig.

3       Erstellen der Bewerbungsunterlagen

Wenn die nötige Vorarbeit vollbracht ist, geht es an den praktischen Teil: der Konzipierung des Anschreibens und des Lebenslaufs.

3.1      Das Anschreiben

Das Anschreiben hat nicht die Funktion Inhalte des Lebenslaufs zu wiederholen. Es ist neben dem gesamten Layout der Bewerbungsmappe eine Chance der Bewerbung eine individuelle Note zu verleihen. Vermeiden Sie daher obsolet gewordene Floskeln wie „Hiermit möchte ich mich auf die Stelle als … bewerben.“ Ihr/e Werbetext/erste Arbeitsprobe muss überzeugen, unter vielen, vielleicht Hunderten von Bewerbungen hervorstechen und spannend auf Personalchefs wirken – es ist Ihr Ticket in die nächste Runde.

Das Anschreiben liegt der Mappe gesondert bei. Es sollte maximal eine DIN-A4-Seite lang – weniger ist hier mehr – und mit Datum, Absender- und Empfängeradresse, unter Berücksichtigung der genauen Rechtsform (GmbH, AG etc.) versehen sein. Eine Betreffzeile, ohne das ausgeschriebene Wort ‚Betreff’, gliedert den Brief und hilft dem Leser bei der Orientierung. Flattersatz, ein klassischer Schrifttyp (z.B. Times), knappe, präzise Sätze und eine klare Sprache sind unabdingbar. Vergessen Sie auch nicht (in blauer Farbe) zu unterschreiben. Der Hinweis auf relevante Anlagen (Zeugnisse, Arbeitsproben etc.) wird als Letztes aufgeführt.
Den Einstieg sollte ein, am Besten direkt an einen Ansprechpartner gerichtetes „Sehr geehrte/r…“ bilden, dem ein erster Satz folgt, der spannend und interessant genug ist, um zum Weiterlesen zu verführen. Eine Aussage über sich selbst kann dabei ebenso wirkungsvoll sein, wie der Grund, warum Sie das Unternehmen fasziniert. Prahlen Sie nicht und werfen mit leeren Schlagwörtern um sich. Treten Sie bestimmt, aber nicht überheblich auf.

Der Mittelteil ist auf das Unternehmen zugeschnitten und sollten folgende Fragen beantworten:

  1. Warum bewerbe ich mich genau bei diesem Unternehmen für die ausgeschriebene Stelle?
  2. Was qualifiziert gerade mich?
  3. Welche weiteren Informationen sind für den Arbeitgeber bedeutsam (z.B.: Studienschwerpunkte, relevante Praktika, Mobilität, Gehalt etc.)

3.2      Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist meist das erste Dokument, welches in den Fokus des Interesses rückt.
Maximal zwei Seiten (exklusive Deckblatt) sollten ausreichen, um wichtige Stationen aufzuzeigen. In Mode gekommen ist auch die sogenannte Dritte Seite, auf der kurz die Motivation des Bewerbers angeführt wird und nach dem Lebenslauf eingeordnet wird.

Neu ist sicherlich niemandem, dass der erste Eindruck von einem Menschen entscheidend ist. Testen Sie daher die Wirkung mehrerer professioneller Bewerbungsfotos auf Bekannte. Achten Sie auf hochwertiges Papier und eine neue(!) Mappe. Ihre persönlichen Daten, eventuell als zusätzliches Deckblatt, sind dem Lebenslauf vorangestellt. Name, Beruf oder Ausbildungshintergrund, Alter und Geburtsort sind hierbei bedeutsam.

Nun gilt es den Lebenslauf (Curriculum Vitae), der auch so in der Überschrift benannt wird, in Gliederungsebenen zu unterteilen, sodass Personalchefs auch beim Querlesen ins Auge sticht, weshalb gerade Sie in die nähere Auswahl kommen sollten. Ob Sie chronologisch oder umgekehrt chronologisch beginnen möchten, hängt von Ihrer Intention ab. Verfügen Sie bereits über Berufserfahrung oder absolvierte Praktika, die für die neue Tätigkeit relevant sind, ist der nicht-chronologische Aufbau zu empfehlen. Hochschulabsolventen oder Schüler, die sich auf ein Praktikum o. Ä. bewerben, können chronologisch mit der Schulbildung beginnen.

Überpunkte werden optisch hervorgehoben und mit Zeitangaben in vollen Monaten und Jahren (11/05 – 01/08) versehen. Gehen Sie bei Ihrem Lebenslauf zudem ins Detail. Führen Sie beispielsweise Studienschwerpunkte oder Tätigkeitsbereiche Ihres jetzigen Jobs stichpunktartig an. Folgende Überpunkte sollten – insofern möglich – aufgeführt werden:
Persönliche Daten, Schulausbildung, Hochschulausbildung, Weiterbildung, Praktika, relevante Auslandsaufenthalte und besondere Kenntnisse und gegebenenfalls Freizeitaktivitäten, die – falls für die Stelle relevant – ein bisschen über Sie als Privatmensch verraten. Im Topic Besondere Kenntnisse können Sie geballt Ihre Fähigkeiten hervorheben: EDV-Kenntnisse, Fremdsprachen oder ehrenamtliche Tätigkeiten fallen hierunter. Ihr Curriculum Vitae muss lückenlos sein, Zeiten der Arbeitslosigkeit sollten aber nicht so explizit genannt sein. Die Formulierung berufliche Neuorientierung wäre sinniger. Zum Schluss sei darauf verwiesen, dass der Lebenslauf als Dokument mit Ort und Datum versehen, von Ihnen unterschrieben sein muss. In der Bewerbungsmappe folgen auf den Lebenslauf die Anlagen, beginnend mit der jüngsten.

4       Sonderformen: Online- und Initiativbewerbung

Online-Bewerbungen sind schnell und billig. Doch Vorsicht: Sorgfalt hat stets oberste Priorität. Finden Sie bei Stellenanzeigen nur die Postanschrift, sollten sie eventuell den postalischen Weg bevorzugen, da Personalabteilungen zum Teil in einer E-Mail-Papierflut ersticken. Falls erwähnt, nutzen Sie diese Art der Bewerbung. Beachten Sie dennoch: E-Mail-Bewerbungen sind meist Kurzbewerbungen. Ein ansprechendes (verkürztes) Anschreiben, welches direkt in der E-Mail steht und der Lebenslauf als Anhang genügen als Erstkontakt. Anhänge, falls erwünscht auch Zeugnisse, versenden Sie in den gängigen Formaten (am Besten PDF).

Immer mehr Unternehmen stellen softwaregesteuerte Online-Formulare bereit, in denen eine strikte Dateneingabe erfolgt und Lebenslaufstationen abgefragt werden. Diese werden nach Schlagwörtern durchsucht und Bewerber mit der höchsten Übereinstimmung sind weiter. Interessant für Jobsuchende in der Reiseverlagsbranche ist beispielsweise das Karriere-Portal von MairDumont oder allgemein das Portal der Agentur für Arbeit.

Die Erfolgsquote bei Initiativbewerbungen liegt schätzungsweise bei 15-20%. Ziel ist es ein sorgfältig ausgesuchtes Unternehmen darauf aufmerksam zu machen, dass gerade Sie der richtige für eine bestimmte Tätigkeit sind. Das Anforderungsniveau ist hierbei sehr hoch und bedarf einer äußerst präzisen Recherche des Unternehmens. Finden Sie auch Ansprechpartner heraus. Unmotivierte Bewerbungen von verzweifelt wirkenden Arbeitssuchenden tragen daher zu Recht den Namen Blindbewerbung. Die Vorteile liegen dennoch auf der Hand:

-           Die Konkurrenz ist weitaus geringer.
-           Beim Anschreiben müssen Sie nicht alle Kriterien der Stellenanzeige erfüllen, sondern können Ihre eigenen Qualifikationen hervorheben.
-           Sie zeigen ein hohes Maß an Engagement.
-           Ihre Unterlagen werden meist aufbewahrt und nicht, wie bei einer ausgeschriebenen Stelle, nach der Einstellung eines anderen Kandidaten zurückgesandt.

Ein Tipp: Haken Sie nach zwei bis drei Wochen noch mal nach und erkundigen sich nach dem Stand der Dinge.

5       Das Vorstellungsgespräch

Herzlichen Glückwunsch! Mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch haben Sie bereits den Beweis, dass Ihre Unterlagen Ihren neuen Arbeitgeber überzeugt haben. Dennoch: Wirken Sie unvorbereitet, gehemmt oder zu sehr von sich überzeugt, könnte die erste zugleich die letzte Begegnung sein. Nun gilt es herauszufinden, ob Sie wirklich auch das einhalten, was Sie versprochen haben. Passen Sie ins Unternehmen? Primär geht es hierbei um persönliche und anforderungsspezifische Merkmale.

Im Folgenden finden sie eine Checkliste zum Vorstellungsgespräch:
Organisatorische Aspekte:
Anfahrtsweg, adäquate Kleidung etc.

Einholen von Unternehmensinformationen:
Unternehmensstruktur und -philosophie, Produkt- und Serviceleistungen, Zielgruppen, Mitarbeiterzahl, Umsatz etc.

Gesprächsvorbereitung:
Bereiten Sie sinnvolle Fragen vor, die Ihr Interesse am Unternehmen signalisieren

Beantworten Sie im Vorfeld Fragen, die Ihnen gestellt werden können. Ein Vorstellungsgespräch ist kein Referat, aber dennoch eine Art Präsentation, die vorbereitet sein muss. Antworten auf gängige Fragen zu den Motiven der Bewerbung, Ihrer Leistungsmotivation, Ausbildung und Vorerfahrungen und evtl. zum familiären Umfeld sollten sie parat haben. Auch wenn sie vielen Bewerbern lächerlich erscheinen: Fragen zur eigenen Person und zu den Stärken und Schwächen tauchen – mitunter etwas versteckt – sehr häufig auf. Um in diesen Fällen nicht überrumpelt, sondern souverän zu wirken, ist es unerlässlich auch hierfür passende Antworten in petto zu haben.

Die Bewerbung auf ein Stellenangebot stellt den ersten und wichtigsten Schritt zu einer neuen Anstellung dar. Es gilt, mit der Bewerbung einen möglichst guten Eindruck auf den Personalchef zu machen und Neugier auf die eigene Person zu wecken. Schließlich soll der Personalchef Lust bekommen, den Bewerber in einem persönlichen Gespräch näher kennen zu lernen. Hierzu muss die Bewerbung einerseits die fachliche Qualifikation des Bewerbers vermitteln, andererseits muss der Bewerber auch einen sympathischen und seriösen Eindruck hinterlassen. Hierbei gibt es verschiedene Punkte zu beachten die im Folgenden näher betrachtet werden sollen.





Telefonische Bewerbung


Sofern Sie sich für eine reguläre Vollzeit-Beschäftigung und nicht nur für eine Aushilfstätigkeit bewerden, ist es immer besser, eine schriftliche Bewerbung einzureichen. Es kann jedoch in vielen Fällen durchaus sinnvoll sein, vor dem Zusenden einer Bewerbungsmappe telefonisch abzuklären, ob überhaupt Interesse an einer Bewerbung besteht bzw. ob zurzeit freie Stellen verfügbar sind. Zudem können Sie sich bereits einen ersten Eindruck von Ihrem Gesprächspartner machen und auf diesem Wege herausfinden, auf welche Qualitäten ein Unternehmen bei Bewerbern besonderen Wert legt. So bekommen Sie unter Umständen bereits wichtige Hinweise zur Gestaltung Ihrer Bewerbungsmappe und können besser einschätzen, welche Punkte sie hervorheben sollten und welche sich sogar negativ auswirken könnten. Um ein erfolgreiches Gespräch zu führen, sollten Sie sich jedoch unbedingt gründlich vorbereiten und nicht einfach spontan ein beliebiges Unternehmen anrufen. Nichts macht einen schlechteren Eindruck, als am Telefon ins Stottern zu kommen, weil einem keine passende Frage einfällt. Sie sollten sich also vor dem Gespräch bereits überlegen, wie sie das Telefonat beginnen können. Das beinhaltet eine angemessene Begrüßung und die kurze Darstellung des eigenen Anliegens. Sie sollten sich stichwortartig aufschreiben, welche Fragen sie stellen wollen und welche Unklarheiten bestehen. Zudem sollten Sie in der Lage sein, auf Gegenfragen zu antworten. Hierzu sollten Sie sich ebenfalls eine kurze Liste mit Stichworten zu einigen Themen erstellen. Häufige Fragen könnten z.B. Ihre Ausbildung, Ihre fachlichen Kompetenzen, ihre Teamfähigkeit und auch Ihre Gehaltsvorstellungen sein.

Neben der gründlichen Vorbereitung ist natürlich auch die Gesprächsführung am Telefon äußerst wichtig. Der richtige Umgang mit dem Gesprächspartner lässt sich anhand der AIDA-Formel aus der Werbepsychologie darstellen: A = Attention, I = Interest, D = Desire, A = Action. Zuerst gilt es also, die Aufmerksamkeit (Attention) des Gesprächspartners zu gewinnen. Durch eine kurze und klare Vorstellung der eigenen Person, soll im Anschluss das Interesse (Interest) beim Gegenüber geweckt werden. Dieses wird sich in Fragen Ihres Gesprächspartners äußern. Wenn Sie hierauf interessante und spontane Antworten geben, wird daraufhin der Wunsch (Desire) entstehen, Sie näher kennen zulernen. Dies sollte dann wiederum eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch (Action) nach sich ziehen.

Generell gelten im Gespräch natürlich die klassischen Grundregeln der Kommunikation. Unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner also auf keinen Fall und bleiben Sie stets höflich. Wenn Sie Fragen stellen, sollten Sie offene Fragen wählen auf die das Gegenüber eine umfangreiche Antwort geben kann. Geschlossene Fragen, die einfach mit Ja oder Nein beantwortet werden können, sollten so gut wie möglich vermieden werden, um ein Stocken des Gespräches zu vermeiden.

Dieser kurze Überblick zeigt, dass es eine Menge zu beachten und viele potentielle Fehler bei der Vorstellung über das Telefon gibt. Bereiten Sie sich also gut auf ein Gespräch vor, eventuell üben Sie den Gesprächsverlauf mit einem Freund oder Bekannten. Auf diesem Weg werden einem häufig eigene Fehler bewusst. die Sie somit im Ernstfall vermeiden können

Online-Bewerbung

Die Online-Bewerbung gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und bietet sowohl für Bewerber, als auch für die Unternehmen bedeutende Vorteile. Ein wichtiger Punkt ist, dass eine Online-Bewerbung für den Bewerber erheblich kostengünstiger ist, als eine klassische Bewerbungsmappe. Zum einen werden die Kosten für Mappe, Papier und das Porto eingespart. Zum anderen gibt es in den letzten Jahren den Trend, dass viele Unternehmen die Bewerbungsmappen nicht mehr an die Bewerber zurücksenden. Somit muss vom Bewerber ständig neues Material eingekauft werden, was bei einer großen Anzahl an Bewerbungen hohe Kosten verursachen kann. Den Unternehmen bieten Online-Bewerbungen ebenfalls den Vorteil der Kostenersparnis. Eine Bewerbung per E-Mail muss nicht an den Absender zurückgesendet werden und eine Firma spart sich somit einerseits den Aufwand und andererseits die Kosten für Porto und Umschläge.

Bei der Gestaltung einer Online-Bewerbung gelten vergleichbare Regeln, wie bei schriftlichen Bewerbungen. Wenn Sie die Bewerbung per E-Mail versenden, sollten Sie die üblichen Dokumente beifügen, also ein Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und ein Foto. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Ihre vollständigen Kontaktinformationen in der Bewerbung enthalten sind. Der Betreff der E-Mail sollte eindeutig sein, so dass sie sofort einer entsprechenden Abteilung oder einer Person zugeordnet werden kann. So sollte auf jeden Fall das Wort Bewerbung im Betreff auftauchen und am besten noch die Bezeichnung der Stelle für die Sie sich bewerben.

Viele Unternehmen bieten mittlerweile über Ihre Webseiten Online-Bewerbungsformulare an. Sie sollten vor einer Bewerbung prüfen, ob dies auch in Ihrem Fall zutrifft. Sofern ein Unternehmen einen solchen Service anbietet, kann man davon ausgehen, dass die Firma die Bewerbungen am liebsten auf diesem Weg erhalten möchte. Ebenso sollten Sie die Webseite des Unternehmens nach Hinweisen absuchen, welche Form der Bewerbung das Unternehmen bevorzugt und welche Dokumente beigefügt werden sollen. Wenn Sie diese Wünsche beherzigen, zeigen Sie dem Personalchef bereits, dass Sie sich mit dem Unternehmen und der Internetpräsenz intensiv auseinander gesetzt haben.

Klassische Bewerbung

Die klassische Bewerbung hat zwar in den letzten Jahren, aufgrund der starken Zunahme der Online-Bewerbungen, etwas an Bedeutung verloren. Jedoch gilt die Zusendung einer Bewerbungsmappe immer noch als Standardvorgehen im Rahmen einer Bewerbung. Auch hier gilt es einige wichtige Punkte zu beherzigen, damit die Bewerbung den gewünschten Erfolg hat. Zum einen sollte jeder Bewerber bedenken, dass ein Mitarbeiter der Personalabteilung eines großen Unternehmens täglich eine Vielzahl an Bewerbungsmappen begutachten muss. Da in der Regel nicht die Zeit vorhanden ist, sich mit jeder Mappe umfassend zu beschäftigen, wird die Mehrzahl der Bewerbungen nach kurzem Durchblättern bereits aussortiert. Es gilt also, mit einer Bewerbungsmappe auf den ersten Blick das Interesse des Mitarbeiters zu wecken, um sicherzustellen, dass die eigene Bewerbung nicht sofort zu Beginn aussortiert wird, sondern zu den Mappen gehört, die einer genaueren Prüfung unterzogen werden.

Hierzu ist es zunächst einmal wichtig, dass die Mappe auf den ersten Blick ordentlich und sauber aussieht. Zudem sollten die einzelnen Dokumente in der Mappe möglichst übersichtlich und klar strukturiert sein, so dass für den Betrachter die wesentlichen Punkte sofort ins Auge stechen. Dies bedeutet auch, dass die Bewerbung nicht mit langen Texten und vielen Angaben überladen werden sollte. Die wenigsten Personaler haben Lust, ein 2 Seiten langes Anschreiben zu lesen, nur um etwas über den Hintergrund des Bewerbers zu erfahren. Die Texte sollten also kurz und übersichtlich gestaltet sein und ein möglichst hohes Maß an Informationen enthalten. Die verwendeten Materialien sollten möglichst hochwertig sein, um sich positiv von der Masse der Bewerbungen abzuheben. Dies ist umso wichtiger, je qualifizierter die Arbeit ist, für die Sie sich bewerben. Sofern Sie sich nicht auf ein konkretes Stellenangebot bewerben, sollten Sie vor der Zusendung der Unterlagen telefonisch beim Unternehmen anfragen, ob derzeit überhaupt freie Stellen zu besetzen sind.

Bewerbungsunterlagen

Egal ob die Bewerbung auf dem klassischen Weg mit einer Bewerbungsmappe oder per Online-Bewerbung stattfindet, in jedem Fall werden Bewerbungsunterlagen benötigt. Klassischerweise sind dies ein Anschreiben, ein Lebenslauf und ein Lichtbild. Darüber hinaus werden einer Bewerbung noch diverse Zeugnisse oder Zertifikate beigefügt, die der Bewerber jedoch nicht selbst erstellen muss. Aus diesem Grund werden im Folgenden die oben erwähnten Dokument näher erläutert.

Lebenslauf

Eines der wichtigsten Dokumente im Rahmen einer Bewerbung ist der Lebenslauf. Dieser soll kurz und übersichtlich die wichtigsten Stationen im Leben des Bewerbers vermitteln. Üblicherweise wird in Deutschland der tabellarische Lebenslauf verwendet. Dieser beginnt zunächst mit den Persönlichen Daten, also Name, Anschrift, Kontaktinformationen, Geburtsdatum, Nationalität usw. Hierauf folgen in der Regel kurze Angaben zu den Eltern und ihren Berufen, so dass erkennbar ist, aus welchem Umfeld der Bewerber stammt. Anschließend werden chronologisch die Stationen der Schullaubahn und darauf aufbauende Ausbildungen angeführt. Hier erfolgen auch die Angaben zu einem eventuellen Studium oder speziellen Fortbildungen, die der Bewerber absolviert hat. Daran anschließend soll die bisherige Berufslaufbahn dargestellt werden, also vorangegangene Beschäftigungsverhältnisse oder Praktika. Zum Schluss werden weitere persönliche Kompetenzen aufgeführt, wie z.B. EDV- oder Sprachkenntnisse.

Auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit sollten hier angeführt werden. In Deutschland ist es üblich, dem Lebenslauf ein Foto des Bewerbers beizufügen. Dieses sollte am besten aufgeklebt oder anderweitig sicher befestigt werden. Grundsätzlich gilt natürlich, dass der Lebenslauf klar und übersichtlich strukturiert werden sollte, um es dem Leser zu ermöglichen, sofort die relevanten Informationen zu finden.

Lichtbild

Ein Lichtbild sollte unbedingt Teil einer Bewerbung sein. Für den Mitarbeiter in der Personalabteilung ist es wichtig, sich ein möglichst umfassendes Bild des Bewerbers zu machen. Dies geschieht einerseits anhand der formellen Qualifikationen, aber andererseits auch über die Persönlichkeit des Bewerbers. Diese ist aus einem Lebenslauf natürlich kaum heraus zu lesen und ein Foto vermittelt in dieser Hinsicht erheblich mehr an Informationen.

Der Bewerber kann dies für sich nutzen, indem er möglichst attraktive Fotos von sich erstellen lässt, auf denen er sehr sympathisch wirkt und so den Auswahlprozess zu seinen Gunsten beeinflusst. Billige Automatenfotos sollten für eine Bewerbung also nicht verwendet werden. Es lohnt sich für den Bewerber durchaus eine größere Summe in einen Fotografen zu investieren und qualitativ hochwertige Bilder erstellen zu lassen. In der Regel muss diese Investition nur einmal getätigt werden, da bei Bedarf einfach neue Abzüge der Bilder erstellt werden können.

Anschreiben

Das Anschreiben dient primär der Vorstellung des Bewerbers. Es soll ein kurzer Überblick über den Hintergrund sowohl in fachlicher, als auch privater Hinsicht gegeben werden. Zudem soll mit dem Anschreiben die Motivation für die Bewerbung vermittelt werden, also warum der Bewerber gerade in diesem Unternehmen arbeiten möchte. Darüber hinaus kann das Anschreiben auch genutzt werden, um eventuelle Schwächen des Lebenslaufes zu erklären. Falls im Lebenslauf also beispielsweise größere Lücken erkennbar sind, kann über das Anschreiben in kurzen Sätzen deutlich gemacht werden, was der Bewerber in dieser Zeit unternommen hat. Dies ist ein wichtiger Punkt, da größere Lücken im Lebenslauf jeden Personalsachbearbeiter sofort misstrauisch machen und deshalb in jedem Fall erläutert werden sollten.

Im Anschreiben sollte zu Beginn kurz auf die Ausbildung eingegangen werden, die den Bewerber für die ausgeschriebene Tätigkeit qualifiziert. Hier können auch kurz einige besondere Kompetenzen erwähnt werden,die sich positiv im jeweiligen Arbeitsumfeld auswirken könnten und die den Bewerber von der Masse abheben. Darüber hinaus sollte der Bewerber demonstrieren, dass er sich mit dem Unternehmen und seinem Umfeld auseinandergesetzt hat, z.B. indem er auf Besonderheiten der Firma Bezug nimmt. Zu guter letzt gilt natürlich auch hier, dass das Anschreiben übersichtlich und klar strukturiert sein sollte, das heißt der Text sollte eher kurz gehalten werden und sinnvoll durch Absätze unterteilt sein.

Internationale Bewerbungen

Immer mehr Menschen kommen im Lauf Ihres Lebens in die Situation, sich im Ausland bewerben zu müssen, sei es für eine Arbeit oder für einen Studienplatz . Grundsätzlich läuft der Bewebungsprozess in allen westlichen Nationen zwar ähnlich ab, allerdings gibt es von Land zu Land regionale Unterschiede, die unbedingt beachtet werden sollten. Grundsätzlich sollte sich jeder Bewerber umfassend über die Bedingungen und Besonderheiten, die auf sein Wunschland bzw. seine Branche zutreffen informieren. Hierzu gibt es eine große Fülle an Informationen im Internet, oder in Beratungsstellen für Auswanderer. Exemplarisch seien im Folgenden jedoch einige Punkte dargestellt die deutlich machen, wie signifikant die Unterschiede sein können.

So ist es in England z.B. üblich, seiner Bewerbung keine Zeugnisse oder Referenzen beizulegen. Erwartet wird hingegen der Hinweis, dass solche Dokumente bei Bedarf vom Unternehmen angefordert werden können. In den USA wird es sehr positiv aufgenommen, wenn der Bewerber sich einige Tage nach Versendung der Unterlagen erkundigt, ob diese angekommen sind und ob Rückfragen bestehen. Dieses Verhalten würde in Deutschland wohl eher für genervte Mitarbeiter in den Personalabteilungen sorgen, in den USA gehört es jedoch, zumindest bei großen Unternehmen, zum guten Ton. Auch das für Schweden typische Verhalten die Bewerbung per Fax zu senden, würde in Deutschland wohl eher für Verwunderung sorgen. In einigen anderen Ländern ist es darüber hinaus sogar möglich, die Bewerbungsunterlagen erst zum persönlichen Gespräch mit in die Firma zu bringen. Diese Punkte machen bereits deutlich, wie wichtig es ist sich umfassend über die landestypischen Gepflogenheiten zu informieren, um gegen die inländische Konkurrenz bestehen zu können.